Zum Inhalt springen

Kreisliga I: 3 – 5 Niederlage in Friedberg. Es wird nicht besser.

Ein Treffen im Tabellenkeller, da spricht man schon gerne mal von einem „Schicksalsspiel“. Formal traf der Absteiger aus der Schwabenliga II Nord (Friedberg) auf den von Platz 3 sehr glücklich hochgesprungenen Aufsteiger aus der Kreisliga II (unsere 4.Mannschaft), die noch dazu mehr oder weniger runderneuert ins Rennen ging.

Brett 1 Michael V. und Brett 2 Lothar: Beide fanden sich bei der Eröffnung in wohl bekannten Varianten wieder. Nach Beendigung der Eröffnung und Übergang ins Mittelspiel hatten beide eine Stellung, bei der ich regelmäßig lange über den schlechtesten Zug nachgrüble. Das wollten Michael und Lothar vermeiden und nahmen dann nach jeweils 20-25 Zügen ein Remisangebot an.

Mal herumschauen: Oh je, Detlev hatte in einer – zugegeben etwas passiven Stellung – versucht, etwas Initiative zu bekommen und die Bauernstruktur zu gunsten einer offenen Linie geöffnet, aber damit stand sein Gegner ab jetzt mehr als vorteilhaft. Julia und Christian schauten SEEEEHR lang in ihre Eröffnungen rein, da konnte man noch gar nichts sagen. Stefan stand solide, wahrscheinlich leicht besser, aber ohne erkennenswerte konkrete Chancen. Nurlan griff die gegnerische Stellung massiv an, das sah optisch gut aus. Bei Michael T. brannte das Brett: seine Bauernstruktur war völlig zerschossen, ein gegnischer Bauer auf der 6.Linie, aber Michael wirkte weiter recht entspannt, hatte die Stellung voll im Griff.

Tja, bei Detlev war nichts zu machen. Die gegnerische Bauern rückten immer weiter vor, die Turmlinien gehörten dem Gegner, dann musste Detlev eine Figur geben um den Freibauern vor der Umwandlung zu hindern, aber mit einer Figur weniger machte das alles einfach keinen Sinn mehr; Schwindelchancen waren nicht zu sehen. 0 : 1

Nicht allzu lange danach kam Nurlan in den Analyseraum, mit einem ganzen Punkt unter dem Arm. Beim Anschauen der Partie war beeindruckend, wie er seinen Gegner immer weiter unter Druck gesetzt hatte und Michael V. forderte mich dann auf, zur Dokumentation die Schlussstellung zu fotografieren:

Schwarz hatte gerade 1. … Dg5 gespielt. Darauf folgte 2. Lg7+ ! Der Läufer ist ungedeckt, kann von drei verschiedenen Figuren geschlagen werden: A: 2. … KxLg7 3. Dxf7+ Kh8 4. Te8+ Naja, man kann noch zwei Figuren dazwischen stellen, aber nicht das Matt verhindern. B: 2. … DxLg7 3. Te8# C: 2. TxLg8 3. Te8#

Jetzt wurde es zäh, aber es sah so aus, als würde die Begegnung zu unseren Gunsten kippen: Julia kam in ein Damen/Bauern-Endspiel, das (auch nach Einschätzung ihres Gegners) wohl auf eine Punkteteilung hinauslaufen würde. Michael T. Konnte alle gegnerischen Angriffsbemühungen mit einem Gegenangriff kontern und eroberte eine Mehrqualität. Christian stand zunehmend schlechter, dafür hatte Stefan einen entfernten Freibauern und Ambitionen auf den Sieg.

Tja, wurde leider nichts daraus. Michael T. kam in ein Endspiel mit T gegen S, dazu noch jeder einen Bauern, der Springer war von seinem König abgetrennt, aber nach mehr als 3 Stunden fand Michael nicht mehr das Motiv für die richtige Abwicklung. In der Analyse ist man ja immer schlauer. So nahm er das Remisangebot an.

Auch Julia hatte Probleme in der Endspielbehandlung. Natürlich ist es kritisch, wenn noch fast alle Bauern auf dem Brett stehen und eine Dame alles zusammenhalten muss, aber auch ihr Gegner räumte ein, dass die Stellung grundsätzlich nicht zwingend zu gewinnen war. Allerdings – with a little help from my friends… Schade 0 – 1

Stefan versuchte alles mögliche um seinen kleinen Vorteil zu verwerten, aber irgendwie ging es einfach nicht . Läufer gegen Springer im Bauernendspiel. Irgendwie sah er keinen Gewinnweg. Also Punkteteilung. Schade!

Jetzt stand es also 3 : 4 gegen uns und obwohl er alles versuchte: Christian stand klar auf Verlust: ein Wenigerläufer, dazu zwei gegnerische Freibauern und sein König weit davon entfernt. 0 – 1

Ist ja schon irgendwie bitter, wenn man sich erst auf der Siegesstraße wähnt. Naja, ist halt heuer unser Lehrgeld. Sehen wir es positiv: ein halber Punkt mehr als in der ersten Runde. Aktuell „zieren“ wir mit 0 : 4 Punkten zusammen mit Göggingen das Tabellenende – aber sind wir ja aus der Vorsaison gewöhnt. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert