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Kriegshaber II gewinnt gegen Keres Augsburg

Am 8.2 stand unser Auswärtskampf gegen Keres Augsburg in der Schwabenliga II an. Da Keres derzeit Probleme mit ihrem Stammlokal am Sonntag Vormittag hat, wurde das Match kurzerhand nach Hause ins Zollhaus verlegt. Um die vorderen Tabellenplätze noch anzugreifen, war ein Sieg Pflicht. Vom Rating her waren wir auch klarer Favorit. Mit Martin (Baierlein) und Christoph (Hahn) hatten wir zwei Ausfälle. Als Ersatz sprang dankenswerter Weise Manfred ein.

An Brett 7 spielte unser Captain Viktor ein unspektakuäres Remis. Da er sich danach schnell in den Skiurlaub verabschiedete, kann ich zu dieser Partie wenig berichten.

Auch an Brett 8 vereinbarte unser Ersatzmann Manfred relativ schnell Remis. Zu diesem Zeitpunkt spielte ich selber noch, habe also relativ wenig mitbekommen.

Roland an Brett 2 musste mit schwarz gegen den unberechenbaren SImon Schaad spielen. Er wählte die moderne Verteidigung, wogegen Simon nichts herausholen konnte. Schnell wurden die Damen getauscht und in symmetrischen Stellung der Punkteteilung zugestimmt.

Auch Vladimirs Partie an Brett 4 im Abtauschfranzosen verlief sehr ruhig. Schon vor dem 20. Zug wurden die Hände geschüttelt.

Es stand also 2:2 und irgendwie fühlte ich mich bezüglich Kampfgeist an den Bericht vom letzten Mannschaftskampf errinnert. Ich zitiere Roland: „Seit es das Schachspiel gibt, wird die Frage gestellt, ob es nun als Kunst, Wissenschaft, Sport oder doch als etwas gänzlich Anderes zu betrachten sei. Emanuel Lasker sah im Schach vor allem Kampf, woran der Menschen beim Schach am meisten Ergötzung finde. Die Person, die auf dem Meldezettel neben meinem Namen stand, und die man je nach Sichtweise als meinen Gegner, meinen Koautor, meinen Mitwirkenden oder als doch jemand gänzlich Anderen bezeichnen mag, hatte mir gleich den Kampfaspekt nicht so richtig verinnerlicht, und so konnte die Partie sogar ein ungenannt bleibender wollender Zuschauer anhand des Notationsformulars bis zum Remisschluß nachvollziehen.

Da es an den anderen Brettern aber schon gut aussah, würde ich sagen, alles richtig gemacht.

Ich (Hans) spielte an Brett 5. Mein Gegner spielte die scharfe portugiesische Variante in der Skandinavischen Verteidigung. Zu meinem Glück kannte er meine Entgegnung nicht so genau und ich konnte direkt einen Bauern gewinnen. Ich musste zwar noch aufpassen, da mein Gegner versuchte einen Königsangriff zu starten. Meine Verteidigung hielt aber stand und am Schluss musste er aufgeben, da er zu viel Material geopfert hatte.

Nachdem diese Partie beendet war kam unser Edelkiebitz vorbei und war schon schwer enttäuscht, angesichts von nur noch drei laufenden Partien.

Auch bei Helmut an Brett 6 sah es lange Zeit unspektakulär und nach einer Punkteteilung aus. In der Vorstoßvariante der Caro-Kann Verteidigung hatte Helmut keine Probleme. Nach langem Manövrieren wurden die Damen getauscht und es sah so aus, dass keine Partei mehr irgendwelche Fortschritte mehr machen konnte. Als ein Remis sehr wahrscheinlich schien, machte der Spieler von Keres doch noch einen Fehler und stellte sich in eine Fesselung, so dass Helmut schließlich alles abtauschte und in ein gewonnenes Endspiel abwickeln konnte.

An Brett 3 machte Felix von Beginn an Druck. Gegen Anton Lindenmaier war die Königsindische Verteidigung auf dem Brett. Für mich etwas ungewöhnlich, baute sich der Schwarze mit d6, c6, a6 und b5 auf. Optisch sah die Stellung sehr gut für uns aus, allerdings gab es immer wieder Gegenchancen für den Spieler von Keres Augsburg. Wie genau genau es dazu gekommen ist, konnte ich leider nicht ganz nachvollziehen, aber etwas überraschend konnte Felix auf einmal mit seinem Läufer Matt setzen.

Der Mannschaftskampf war damit gewonnen, es stand 5:2.

Die mit Abstand spannendste Partie lief aber noch an Brett 1. Mal wieder war Thilo hier involviert. Nachdem sein Gegner Lothar Hübner in der Eröffnung mit einer komplizierten Taktik in Vorteil hätte gelangen können, diese Chance aber vorbeistreichen ließ, konnte Thilo in der Folge einige Bauern gewinnen. Schwarz spielte aber sehr trickreich, so dass Thilo die gesamte Partie auf der Hut sein musste. Die verbliebenen Kiebitze, die sich um das letzte Brett scharten, rätselten auch und waren sehr unschlüssig. Nach einer Abwicklung wurde dann aber einiges an Material getauscht und die verbleibenden Figuren reichten für keine Seite aus, die Partie zu gewinnen. Endergebnis also 5.5: 2.5:

Vielen Dank an Eckhardt, der dann für die wenigen verbliebenen Spieler das Mittagessen vorbeibrachte, während der Rest noch intensiv die letzte Partie analysierte.

4SK Keres-Augsburg 1980DWZSK Kriegshaber IIDWZ2½ – 5½
11Hübner, Lothar21123Kuessner, Thilo1894½ – ½
22Schaad, Simon Ulrich Maria17554Glück, Roland, Dr.1888½ – ½
33Lindenmair, Anton18655Stelter, Felix, Dr.19920 – 1
44Ostertag, Hans18816Belevtsov, Vladimir1926½ – ½
56Lang, Josef16157Reschka, Hans18830 – 1
68Schmidberger, Anton15578Schönau, Helmut19310 – 1
79Lindenmair, Hubert17069Kaiser, Viktor1838½ – ½
811Reinert, Horst147016Wiedemann, Manfred1657½ – ½
Schnitt:1745Schnitt:1876 

Weiter gehts am 1.3 gegen die SG Augsburg und wenn wir in der Liga noch irgendwas reißen wollen, dann müssen wir da auf jeden Fall etwas gewinnen.

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