Zum Inhalt springen

Großes Finale in der Schwabenliga II

Vor dem letzten Spieltag war die Ausgangsposition klar: Nur der erste Platz berechtigt zum Aufstieg in die Schwabenliga I und wir führten ganz knapp mit 1½ Brettpunkten vor Friedberg. Das heißt, mit einem hohen Sieg hatten wir alles in unserer eigenen Hand. Die SG Augsburg war zwar auch punktgleich, konnte allerdings nur noch in den Meisterschaftskampf eingreifen, wenn beide Spitzenteams patzen würden. Dementsprechend wurden wir auch von unserem Cäptn Viktor gebrieft.


Da die erste Mannschaft auch ihr alles entscheidendes Match hatte, spielten wir im Erdgeschoss in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt.

Am Anfang sah es sehr gut aus:

Der ungewertete Gegner von Matthias an Brett 8 spielte die scharfe Drachenvariante gegen Sizilianisch, stellte seinen Springer bedohlich ins Abseits so dass Figurenverlust eigentlich nicht mehr zu vermeiden war.

Viktor kam an Brett 7 als Schwarzer im Sveshnikov-Sizilianer sehr gut aus der Eröffnung und verpasste dem Weißen gleich einige Schwächen in seiner Bauernstruktur. Bei Viktor war ich sehr optimistisch.

Helmut spielte mit weiß an Brett 6 sein gewohntes Englisch und stand sehr angenehm. Sein Gegner schien nur auf verteidigen aus zu sein. Es war allerdings noch nicht klar wie hier durchgebrochen werden konnte.

Ich (Hans) sah mich an Brett 5 in einer Art Benkö-Gambit (ohne c4) einem Bauernopfer ausgesetzt. Da mein Gegner sich in der Fortsetzung einen passiven Zug erlaubte, konnte ich diesen Bauern aber konsolidieren. (Anmerkung: Stockfish fand hinterher doch noch einen Weg, wie Weiß in Vorteil hätte kommen können. Das haben wir aber beide nicht gesehen. ) Auch hier sah es also gut aus.

Vladimir (Brett 4) hatte weiß gegen Otto Lechner und machte mit dem Damengambit Druck. Die schwarze Königsstellung schaute beim ersten Mal Draufschauen schon leicht gelockert aus.

Die Partie von Felix an Brett 3 sah nach der Eröffnung noch sehr ausgeglichen aus, während an Brett 2 Roland sich an einem Königsangriff versuchte. Auch hier war aber noch nichts Entscheidendes passiert.

Nicht so begeistert war ich Thilos Stellung an Brett 1 gegen Otto Helmschrott. In einer italienischen Partie hatte der Wertinger ein mächtiges Bauernzentrum, Thilo dafür nur einen Doppelbauern auf der f-Linie.

Dann traten schon die ersten Entscheidungen ein: Matthias konnte noch mehr Material einsammeln und schließlich seinen jungen Kontrahenten Matt setzen.

Thilo erreichte ein Remisangebot, dass er dann auch annahm. Meiner Meinung nach hätte Weiß diese Stellung durchaus noch weiterspielen können, das Remis war hier also auf jeden Fall ein Erfolg für uns.

Ein weiterer voller Punkt konnte dann von Vladimir gemeldet werden.

Helmut kam leider mit seinen Angriffen leider nicht durch. Als schließlich der Wertinger mit dem Bauernhebel e6-e5 die ganze Spannung vom Brett nehmen konnte, war die Luft raus und kurz darauf endete die Partie Remis. Schade, denn hier war Helmut derjenige, der versuchte Druck auszuüben.

Bei Roland muss im Angriff etwas schief gelaufen sein. Erst verlor er zwei Leichtfiguren für einen Turm. Als dann noch eine Qualität verloren ging, war nichts mehr zu machen.

Ich konnte schlussendlich einige Figuren abtauschen und noch einen Bauern gewinnen. Im Endspiel mit Dame, Springer und 5 gegen 3 Bauern konnte ich den vollen Punkt einstreichen. Stockfish war zwar mit meiner Vorteilsverwertung nicht immer einverstanden, aber gewonnen ist gewonnen.

Der Spielstand war nun 4:2.

Die restlichen zwei Partien entwickelten sich nun leider nicht zu unseren Gunsten. Viktor hatte seine ganze Zeit aufgebraucht und noch einige Züge bis zum 40.Zug zu absolvieren. Von den Bauernschwächen bei Weiß war nichts mehr zu sehen, dafür hatte Thomas Klimesch aus Wertingen sehr aktive Schwerfiguren. Auch bei Felix sah die Stellung gar nicht mehr so toll aus. Er hatte zwar die Qualität mehr, aber Weiß dafür zwei gefährliche Bauern. Ich konnte nicht mehr hinsehen und ging deshalb hoch zu ersten Mannschaft…

Wenige Zeit später hatte Viktor zum Glück das Remis und damit den Mannschaftssieg gesichert. Sein Gegner entschied sich, die Gewinnversuche einzustellen und das Remis durch Dauerschach zu forcieren.

Die letzte Partie war nun zwar nicht mehr für das Ergebnis des Mannschaftskampfs relevant, allerdings war bei der knappen Ausgangsposition jeder halbe Punkt Gold wert. Die Stellung von Felix sah allerdings trostlos aus. Weiß hatte im Turmendspiel noch einen Bauern gegenüber keinem Bauern bei schwarz und auch der schwarze König war abgeschnitten. Felix kämpfte noch, aber da war nichts mehr zu machen. Das Endergebnis also ein knappes 4½: 3½.


Ob das nun für den Aufstieg reicht, wussten wir lange nicht. Unser Kiebitz Manfred versuchte zwar einige der Friedberger Spieler zu erreichen, war allerdings erfolglos. Als dann am späteren Nachmittag das Ergebnis aus Friedberg gemeldet wurde, war die Erüchterung groß, da es um einen halben Mannschaftspunkt nicht gereicht hat. Die Friedberger gewannen mit 6½: 1½ und sicherten sich damit den Aufstieg.

Noch knapper war es allerdings bei der ersten Mannschaft. Hier entschied erst die Drittwertung um den Aufstieg, da nach Brettpunkten noch Gleichstand war.

Das Ergebnis des Mannschaftskampfes:

2SK Kriegshaber IIDWZTSV Wertingen 1862DWZ4½ – 3½
13Kuessner, Thilo18942Helmschrott, Otto1932½ – ½
24Glück, Roland, Dr.18883Höhn, Alexander19120 – 1
35Stelter, Felix, Dr.19924Budai, Zoltan18520 – 1
46Belevtsov, Vladimir19265Lechner, Otto18221 – 0
57Reschka, Hans18648Stuhler, Josef17311 – 0
68Schönau, Helmut19319Gerten, Paul1652½ – ½
79Kaiser, Viktor183812Klimesch, Thomas1518½ – ½
811Frenkel, Matthias185119Huber, Benedikt 1 – 0

Und die abschließende Tabelle der Saison:

1.SK Friedberg I**4446611 – 337,0 – 19,0
2.SK Kriegshaber II4**65811 – 336,5 – 19,5
3.SG Augsburg 187342**611 – 332,0 – 24,0
4.SG Kötz/Ichenhausen**47 – 729,0 – 27,0
5.SK 1926 Nördlingen-Ries43**5357 – 628,0 – 27,0
6.TSV Wertingen 186223**453 – 1122,5 – 33,5
7.SK Keres-Augsburg 198022444**3 – 1021,0 – 34,0
8.SK Friedberg II033**2 – 1217,0 – 39,0

Glückwunsch an Friedberg zum Aufstieg in die Schwabenliga I ! Wir werden es auf jeden Fall in der nächsten Saison wieder versuchen. Insgesamt haben wir trotz des verpassten Aufstiegs nach dem Fehlstart in Ichenhausen eine tolle Saison gespielt und konnten die letzten 5 Mannschaftskämpfe der Saison gewinnen. Darauf lässt sich aufbauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert